Produktwissen | Produktinformation

  1. Wie ist ein Textilfördergurt aufgebaut?
    Was in einem Fördergurt steckt ist oft auf Anhieb nicht zu erkennen, doch in der schwarzen Gummimasse steckt mehr als man denkt:
    Ein Gummifördergurt hat eine Deckplatte aus Kautschuk, die je nach Einsatzgebiet und befördertem Material verschiedene Dicken aufweist. Bedingt durch aufschlagendes und eventuell scharfkantiges Gut ist die obere Deckplatte einem höheren Verschleiß ausgesetzt als die Untere.
    Unter besonderen Bedingungen, wie zum Beispiel Transporte mit Steigungen über 20 Grad, werden in der Regel Steilfördergurte zur Verhinderung des Abrutschens des Guts verwendet. In diesem Fall werden Stollen auf die obere Deckplatte des Gurts vulkanisiert, welche in verschiedenen Höhen und Formen verfügbar sind. Wellkantengurte erlauben sogar Steigungen von bis zu 90 Grad.
    Unter der Deckplatte befindet sich die erste Karkasse bzw. Gewebeeinlage. Sie ist ein wichtiger Bestandteil, da sie dem Gurt die notwendige Zugfestigkeit verleiht. Ambelt® bietet die Textileinlagen in verschiedenen Zugfestigkeiten an.
    Zwischen den einzelnen Gewebeeinlagen, deren Anzahl je nach Anforderung variieren kann, befindet sich das Zwischengummi. Es sorgt für weitere Stabilität und verhindert die Reibung zwischen den einzelnen Gewebeeinlagen.
    Die untere Deckplatte beziehungsweise Laufseite besteht aus einer weiteren Gummischicht. Sie ist aufgrund der geringeren Belastung dünner als die obere Deckplatte. Mit dieser Schicht liegt der Fördergurt in der Regel auf Tragrollen, über die der Gurt rollt. Bei Anlagen, die keine Tragrollen enthalten wird der Gurt direkt über Tische gezogen. Um die Reibung zu minimieren werden in diesem Fall Gleitgurte verwendet, bei denen die untere Deckplatte fehlt.
  2. Wann setze ich öl- und fettbeständige Fördergurte ein?
    Sollten Sie öl- und fetthaltige Materialien transportieren, kann es aufgrund der chemischen Eigenschaft des Gummis zu einer ungewünschten Quellung kommen. Diese führt zu einer Form- und Härteveränderung des Fördergurtes und letztlich zum Schaden. Daher werden für diese Anwendungen öl- und fettbeständige Förderbänder verwendet, die dank ihrer Deckplattenqualität und des Nitril-Butadien-Kautschuks gegen pflanzliche Fette, Mineralöle oder Lösemittel resistent sind. Je nach Einsatzzweck wird das Förderband in MOR (moderate oil resistant) und OR (oil resistant) unterschieden. Nitril-Butadien-Kautschuk ist umgangssprach auch als NBR oder Nitrilkautschuk bekannt.
  3. Wann setze ich Steilfördergurte ein?
    Steilfördergurte kommen dann zum Einsatz, wenn der Steigungswinkel der Anlage so groß ist, dass das zu befördernde Schütt- und Stückgut mit einem glatten Gurt nicht mehr transportiert werden kann. Dieses ist in der Regel ab ca. 20° Steigung der Fall.
    Aufgrund unterschiedlicher Einsatzgebiete und betrieblicher Voraussetzungen bietet Ambelt® ein umfassendes Portfolio an offenen und geschlossenen Profilmustern an. Bei individuellen Wünschen an die Profilhöhe bzw. -muster können auch maßgeschneiderte Lösungen erarbeitet werden. Unser Service-Team berät Sie gerne zu dem für Sie geeigneten Profil.
  4. Was bedeutet MOR?
    MOR ist die anglistische Übersetzung für öl- und fettbeständige Förderbänder (moderate oil resistant). Diese Fördergurte sind für die gängigen Einsatzgebiete in der Recycling- oder der Holzindustrie ausreichend. Beim Transport von aggressiven oder stark öl- und fetthaltigen Produkten ist ein durch und durch öl- und fettbeständiges Förderband zu empfehlen (OR = oil resistant).
  5. Wie schwer sind Fördergurte?
    1mm Gummi wiegt in etwa 1,12kg/m2, die Karkasse je nach Reißfestigkeit und Einlagenanzahl für die gängigen Fördergurte zwischen 4,2kg/m2 und 5,5kg/m2.Es gibt viele Möglichkeiten, dass Gewicht eines Fördergurtes zu berechnen. In der Regel benötigt der Kunde nur eine ungefähre Abschätzung. Daher empfehlen wir folgende vereinfachte Formel:
    Dicke (mm) x Breite (m) x Länge (m) x 1,45
  6. Was bedeutet EP-Gewebe?
    Das EP Gewebe ist der primäre Zugträger der Gummifördergurte. Der Einsatzzweck bedingt die Reißfestigkeit des auszuwählenden Gewebes. Je länger die Bandstraße, je breiter der Gurt und je höher das zu transportierende Gewicht, desto höher muss die Zugfestigkeit sein. Das EP Gewebe ist ein synthetisch hergestelltes Produkt. In Längsrichtung besteht es aus Polyester (E) und in Querrichtung aus Polyamid (P). Polyamide zeichnen sich durch eine hervorragende Festigkeit, Zähigkeit und Dehnbarkeit aus, das für die Muldungsfähigkeit des Fördergurtes entscheidend ist. Dagegen ist Polyester ein kaum dehnbarer Kunststoff mit hoher Wetterbeständigkeit, sodass der Spannweg in Längsrichtung möglichst kurz gehalten werden kann.
    Neben dem EP Gewebe gibt es besonders in den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion häufig den Einsatz von P-Gurten. Hier ist sowohl die Längs- und Querrichtung aus Polyamid produziert. Der Nachteil ist eine etwas stärkere Dehnbarkeit des Gurtes.
  7. Wann kommen querstabile Fördergurte zum Einsatz?
    Die Anforderungen sind für Förderbänder auf einer Anlage mit Richtungsänderung äußerst kritisch (S- oder Z-Förderer). Da querstabile Fördergurte in der Regel mit Mitnehmerprofilen und/oder Wellkanten ausgestattet werden, damit ein steiler, senkrechter oder horizontaler Transport gewährleistet werden kann, ist der Fördergurt im Rücklauf besonderen physikalischen Herausforderungen ausgesetzt (Rückführung über Stummelrollen). Je höher die Wellkanten und Stollen sein müssen, desto notwendiger ist eine Installation eines querstabilen Gurtkörpers. Dank zweier querstabiler Einlagen kann das Ambelt® querstabile Förderband den Gurtkörper samt Wellkantenhöhen bis 260mm sicher im Untertrum zurückführen. Ambelt® bietet Ihnen querstabile Förderbänder in Normal-, öl- und fettbeständiger sowie hitzebeständiger Qualität an.
  8. Wie werden Wellkantengurte verarbeitet?
    Wellkantengurte werden meist bei S- oder Z-Förderern eingesetzt, wenn Produkte steil, senkrecht oder horizontal transportiert werden müssen. Ein Wellkantengurt besteht in der Regel aus drei Komponenten: a) querstabiler Gurtkörper, b) Wellkanten und c) Stollen. Ambelt® bietet im Vergleich zu den Marktbegleitern auch eine Heißvulkanisation der Stollen und Wellkanten auf dem Basisgurtkörper an. Durch das Heißverfahren vulkanisiert das Gummi des Fördergurtes mit den Stollen und Wellkanten, sodass die Haltbarkeit deutlich verlängert wird. Für kleinere Stollenhöhen bieten wir auch die gängige Kaltverklebung an. Die Stollen und Wellkanten werden auf Kundenwunsch gewebeverstärkt produziert und auf dem Gurt miteinander verschraubt.
  9. Warum sind Fördergurte hitzebeständig?
    Hitzebeständige Förderbänder von Ambelt® können Materialien mit einer Temperatur von bis zu 180°C – kurzfristig sogar bis 250°C – transportieren. Die Deckschicht des Förderbands besteht aus einer besonderen Gummimischung, die sich durch hohe Haftfestigkeit, geringe Dehnbarkeit und hervorragende thermische Schutzwirkung auszeichnet. Die eingesetzte Gummizusammensetzung variiert nach den Vorgaben der Temperaturbeständigkeit. Ethylen-Propylen Kautschuk (EPM) bietet sich dank seiner thermischen Beständigkeit insbesondere für eine hohe Hitzebeständigkeit an.
  10. Wofür werden Dämpfungselemente verwendet?
    Dämpfungselemente, auch Prallbalken, Gleitprallbalken oder Aufschlagbalken genannt, verlängern den Lebenszyklus eines Förderbandes. Dämpfungselemente finden Anwendung unterhalb von Belade- und Übergabestationen und ersetzen in diesem Bereich Rollen. Dank ihrer Gummimischung können Produktaufschläge abgefedert werden. Dämpfungselemente haben eine heiß vulkanisierte gleitfreudige Deckschicht aus Polyethylen, die Reibungsverluste mit dem Gurt minimiert. Ein vulkanisiertes Aluminiumprofil auf der Rückseite erleichtert die Installation. Für Rückfragen und Mustersendungen wenden Sie sich bitte an unser Ambelt® Service-Team.
  11. Was ist der Unterschied zwischen S-, V- und K-Qualität?
    In einigen Industrien wie im Bergbau ist es essentiell, dass sich eventuelle Feuerstellen oder Entflammungen auf dem Förderband nicht ausweiten können. Daher werden je nach Bedarf besondere Qualitäten angeboten, die die Brennbarkeit des Fördergurtes auf ein Minimum reduzieren.
    V-Qualität ist ein selbstverlöschendes Förderband und wird in der Regel für Einsätze Untertage verwendet. Die K-Qualität ist schwer entflammbar (geprüft mit Deckplatten) und S-Qualität schwer entflammbar (geprüft mit und ohne Deckplatten). Detaillierte technische Angaben sind aus den einschlägigen DIN-Vorschriften zu entnehmen: DIN 22109, DIN EN ISO 340, DIN EN ISO 284. Kontaktieren Sie das Ambelt® Service-Team und lassen Sie sich für Ihren Anwendungszweck beraten.
  12. Wie wird die Meteranzahl auf einer Restrolle berechnet?
    Die Wickellängenberechnung ist einfach durchzuführen. Ein Taschenrechner und ein Zollstock genügen. Messen Sie den Außendurchmesser (Da) und den Wickelkern-/Innendurchmesser (Di) der Gurtrolle. Zählen Sie abschließend die Anzahl der Fördergurtwindungen vom Kern bis zum Gurtrollenende. 0.5 * (Da + Di) * π * Anzahl Fördergurtwindungen Der Näherungswert für π ist 3,14.
    Sollte die Anzahl der Fördergurtwindungen unklar sein, so lässt sich die Länge auch mit Hilfe der Lagendicke berechnen: (Da - Di) / (2 * Lagendicke) * π * (Da - 0.5 * (Da - Di))
    Da - Di * π * (Da - Da - Di )
    2 * Lagendicke 2
    Der Näherungswert für π ist 3,14.
    Wichtig ist die Berücksichtigung der gleichen Maßeinheiten in Durchmesser und Stärke, beispielsweise in Meter oder Millimeter.
  13. Wann kommen Gleitgurte zum Einsatz?
    Gleitgurte werden auf Tischen abgetragen und kommen immer dort zum Einsatz, wo Förderanlagen aufgrund technischer Gegebenheiten nicht mit rollender Struktur arbeiten. Um den Reibwiederstand zwischen Gurt- und Anlagenkonstruktion möglichst gering zu halten, gleitet der Fördergurt auf der Laufseite über ein reizfestes imprägniertes Gewebe.
  14. Wie berechne ich die endlose Länge eines Förderbandes?
    Die Prüfung der endlosen Länge ist in der DIN EN ISO 16851 beschrieben. Grundsätzlich sollte zur Messung ein Stahlmaßband verwendet werden. Sollte kein endloses Band zur Messung vorliegen, so ist der Achsabstand zwischen sowie die Durchmesser der Umlenk- und Antriebstrommel zu ermitteln: 0.5 * (Durchmesser Umlenktrommel+Durchmesser Antriebstrommel) * π + 2 * Achsabstand
  15. Wie müssen Fördergurte gelagert werden?
    Im Umgang mit Fördergurten sind einige Grundsätze zu beachten, um die ordnungsgemäße Lagerung zu gewährleisten. Im Folgenden erfahren Sie Tipps und Tricks:
    • Fördergurte sind trocken zu lagern
    • Die ideale Lagertemperatur ist zwischen +10°C bis +20°C. Fördergurte sollten grundsätzlich nicht allzu großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein
    • Die Lagerräume sollten gut belüftet und frei von Säuren, Schmier- und Lösungsmitteln und-dämpfen sowie anderen aggressiven Mitteln/Dämpfen sein
    • Die relative Luftfeuchtigkeit sollte bei ca. 65 % liegen
    • Gurtrollen sind nicht auf dem Boden oder auf den Gurtkanten zu lagern, sondern auf geeigneten Aufnahmen, die eine Bodenberührung des Gurtes ausschließen. Für etwaige Lagersysteme können Sie das Ambelt® Team gerne jederzeit kontaktieren
    • Grundsätzlich sollten die Fördergurte nicht länger als 6 Monate gelagert werden. Bei sehr guten Lagerbedingungen ist eine Aufbewahrung von bis zu 18 Monaten möglich
  16. Wo wird Kautschuk produziert?
    Natürlicher Kautschuk wird vornehmlich in südostasiatischen Ländern angebaut, vertrieben und verkauft. Thailand, Indonesien und Malaysia produzieren und vertreiben mehr als drei Viertel des weltweiten Kautschuks.
  17. Welche Arten von Naturkautschuk werden unterschieden und wie ist der Gewinnungsprozess?
    Kautschuk ist eine Sammelbezeichnung für makromolekulare Stoffe, die natürlichen oder synthetischen Ursprungs sind. Naturkautschuk besteht aus Polyisopren und wird aus dem Milchsaft (Latex) bestimmter in tropischen Gegenden wachsender Pflanzenarten gewonnen. Zu finden sind diese Pflanzen in den Gebieten Südamerikas, Afrikas und Asiens. Die bedeutendste Pflanze ist der Parakautschukbaum aus dem rund 90% der weltweiten Produktion an Naturkautschuk gewonnen wird. Der Milchsaft setzt sich bei der Gewinnung zum größten Teil aus Wasser (55-70%) und Kautschuk (30-40%) zusammen. Hinzu kommen die Bestandteile Harz (1,5-2%), Eiweiß (1,5-3%), Asche (0,5-1%) und Zucker (1-2%). Aus dem Milchsaft kann nun ein Latexkonzentrat durch die Hinzugabe von Ammoniak hergestellt werden. Eine andere Art der Weiterverarbeitung ist die Filtration des Michsaftes und das Verdünnen mit Wasser, sodass mit verschiedenen Mitteln eine Gerinnung erfolgen kann.
    Man unterscheidet Naturkautschuksorten wie Crepes (Kreppkautschuk), Sheets (Kautschukfelle), Technisch Spezifizierter Naturkautschuk (TSR), Konservierte Latexkonzentrate.
  18. Welche Arbeitsprozesse sind notwendig, um aus Kautschuk einen Fördergurt herzustellen?
    Der erste Schritt bei der Herstellung von Naturkautschuk ist das Mastizieren. Dabei werden Kautschukmoleküle in kleine Einheiten zerrissen, sodass die Plastizität steigt und die Viskosität sinkt. Als nächsten Schritt wird unter der Zugabe von Füllstoffen, Weichmachern und Gummichemikalien der Kautschuk auf Walzwerken oder in geschlossenen Knetern vermischt, sodass eine homogene Gummimischung entsteht. Nun wird die homogene Gummimischung in Formen auf Spritzmaschinen oder auf Kalandern durch Pressen vorgeformt, sodass im letzten Schritt durch Zugabe und Erhitzen von Schwefel als Vulkanisierungsmittel die geformte Gummimischung vulkanisiert wird.
  19. Warum sind Preise für Fördergurte sehr volatil?
    Der Fördergurtpreis setzt sich aus diversen Komponenten zusammen. Die wichtigsten Kostentreiber sind Kautschuk, Gewebe, Transport, Wechselkursschwankungen sowie Lohn. Fördergurte werden zum Großteil in Asien produziert, da Lohn- und Lohnnebenkosten deutlich geringer sind und Kautschuk in der Region gewonnen wird. Da natürlicher und synthetischer Kautschuk an Börsen handelbar ist, bestimmt die Nachfrage und das Angebot den Preis.
    Da Fördergurte ein hohes Eigengewicht haben und sperrig transportiert werden können, bedingen ebenfalls saisonale Schwankungen in den Seefrachtraten die Kostenstruktur zum Teil maßgeblich. Da Löhne und Ressourcen häufig in der lokalen Währung des produzierenden Standortes eingekauft werden, muss der Wechselkurs zur jeweiligen Verkaufswährung Berücksichtigung finden. Dieser kann, wie in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise sehr volatile Züge annehmen.

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